Wie hilft Akupressur gegen Rückenschmerzen?

Akupressur gegen Rückenschmerzen

Eine neue klinische Studie kommt zu dem Schluss, dass Akupressur äußerst hilfreich zur Linderung von Rückenschmerzen ist. Im Gegensatz zur Akupunktur verwendet man bei der Akupressur keine Nadeln, sondern massiert mit den Fingern bestimmte Druckpunkte an der Körperoberfläche. Ziel ist es, Blockaden in den Energiebahnen zu lösen und den Energiefluss anzuregen.

Wer die Drucktechniken und -punkte kennt, kann Akupressur jederzeit und überall selbst angewendet werden und für schnelle Schmerzlinderung und Energiezufuhr sorgen. Akupressur ist damit eine natürliche Alternative zu Medikamenten und gleichzeitig eine kostengünstige Möglichkeit, um Rückenschmerzen zu lindern. Dennoch sollten Sie Schmerzen und körperliche Signale mit einem Arzt abklären, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Akupressur sollte ohnehin nur zur Behandlung von leichten und mittelschweren Schmerzen angewendet werden.

Was ist Akupressur?

Akupressur ist ein altes chinesisches Naturheilverfahren, bei dem bestimmte Punkte entlang der Meridian-Energiebahnen stimuliert werden, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern. Meridiane sind Energiebahnen, über die die Lebensenergie (Qi) durch den Körper fließt. Die insgesamt 12 Meridiane, das heißt 6 spiegelgleiche Meridianpaare auf jeder Körperseite, sind verschiedenen Organsystemen zugeordnet und werden auch nach diesen benannt.

Werden Teile der Energiebahnen durch Stress oder andere äußere Einflüsse gestört, kommt es zu einem „Qi-Stau“. Eine mögliche Folge daraus können unter anderem Fehlhaltungen, Muskelschmerzen und insbesondere Rückenschmerzen sein. Durch Druckausübung auf bestimmte Akupressurpunkte entlang der Meridiane werden diese stimuliert, der ins Stocken geratene Energiefluss wird wieder angeregt und der Körper beginnt sich selbst zu heilen.

Akupressur kann bei vielen körperlichen und psychischen Erkrankungen eingesetzt werden, darunter chronische Rückenschmerzen, Arthritis, Migräne, Fibromyalgie, Schlafstörungen und Depressionen. Akupressur wie auch Akupunktur sind als ergänzende Behandlung von chronischen Rückenschmerzen anerkannt und gut dokumentiert und werden sogar von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wie funktioniert Akupressur?

TriggerpunkteBevor Sie Akupressur selbst anwenden, sollten Sie sich mit den wichtigsten der 361 Akupressurpunkte vertraut machen. Akupressurpunkte sind Triggerpunkte in bestimmten Körperregionen, die bei Blockaden sehr schmerzhaft sein können. Die meisten dieser Triggerpunkte decken sich mit den Ausgangspunkten für Schmerzen in der Muskulatur – entweder sie befinden sich direkt an der Schmerzquelle oder es sind sogenannte Fernpunkte. Werden die Triggerpunkte durch Druckpunktmassagen manuell stimuliert, lösen sich vorhandene Blockaden, die Energie kann wieder fließen und der natürliche Schmerzlinderungsprozess des Körpers kann beginnen. Außerdem werden Endorphine freigesetzt, so das weitergeleitete Schmerzimpulse weniger stark wahrgenommen werden.

Um Muskelverspannungen zu lösen werden die Fingerkuppen auf einen Triggerpunkt aufgesetzt und im kreisförmige Bewegungen im Uhrzeigersinn ausgeführt. Die Akupressurpunkte können aber auch mit den Fingern gedrückt, geschoben, punktiert oder mit kleinen Bewegungen massiert werden. Je nach Art und Intensität des Schmerzes kann die Behandlung eines Triggerpunktes zwischen 10 Sekunden und 5 Minuten variieren.

Grundsätzlich wird bei der Druckmassage nur die Haut verschoben, ohne dabei den Akupressurpunkt zu ändern. Zum Einsatz kommen Zeige-, Mittelfinger und Daumen. Schon nach kurzer Zeit merken Sie, welche Druckintensität nötig ist und wie das Gewebe reagiert. Sanfter Druck regt den Energiefluss leicht an, fester Druck beruhigt dagegen. Akupressur kann bis zu drei Mal täglich angewendet werden, wobei pro Behandlung nicht mehr als 3 Triggerpunkte stimuliert werden sollen. Bei täglicher Anwendung sollte bereits nach 2-3 Tagen eine Schmerzlinderung eintreten. Oft stellt sich sogar direkt nach der Anwendung eine Besserung ein.

Steigerung der Blutzirkulation

Das Erste, was Akupressur zur Schmerzlinderung bewirkt, ist die Erhöhung der Blutmenge, die in den Bereich fließt. Blut hilft, Muskelverspannungen zu lösen, da es mehr Nährstoffen ermöglicht, die betroffenen Muskeln zu erreichen.

Steigerung des Lymphflusses

Akupressur kann ebenso den Lymphfluss steigern. Im Lymphsystem befinden sich Abfallprodukte, die aus dem Körper entfernt und zu verschiedenen Teilen des Körpers transportiert werden. Durch die Erhöhung des Lymphflusses im betroffenen Bereich hilft Akupressur, toxische Ablagerungen zu entfernen, die chronischen Rückenschmerzen verursachen.

Stimulierung der Energiebahnen

Eine weitere gute Möglichkeit, Akupressur zur Linderung von chronischen Rückenschmerzen einzusetzen, besteht darin, auf bestimmte Punkte entlang des Meridiansystems zu zielen. Diese Triggerpunkte auf den Meridianen korrelieren direkt mit spezifischen Punkten in Rücken, Schultern und Füßen. Es gibt auch viele andere Akupressurtechniken, die auf andere spezifische Punkte entlang der Meridiane abzielen.

Welche Vorteile bringt Akupressur bei Rückenschmerzen?

Akupressur ist aus verschiedenen Gründen ein wertvolles Instrument zur Linderung von Rückenschmerzen. Eine der häufigsten Anwendungen sind Schmerzen im unteren Rücken, welche die häufigste chronische Erkrankung weltweit ist. Bei den meisten Betroffenen, bei denen im Laufe der Jahre chronische Rückenschmerzen diagnostiziert wurden, trägt die Form der Akupressurtherapie einen wertvollen Teil zur Genesung bei.

Bestimmte Akupressurpunkte wie in den Hüften, am Gesäß und den unteren Gliedmaßen beeinflussen und kontrollieren direkt die Funktion von Niere, Leber und Milz. Auch andere wichtige Organe wie Herz, Lunge und Gehirn profitieren von der regelmäßigen Anwendung der Akupressur. Aus diesem Grund empfiehlt sich auch für Betroffene mit chronischen Rückenschmerzen, deren Ursachen organisch bedingt sind, eine Akupressurbehandlung.

Akupressurmatten zur Linderung chronischer Rückenschmerzen und Stress

Besonders bei den schwer erreichbaren Triggerpunkten am Rücken, bietet die Akupressurmatte eine wirkungsvolle Alternative.

Akupressurmatte

Akupressurmatten sind mit vielen kleinen Noppen aus Hartplastik versehen, die für eine optimale Stimulation mehrerer Akupressurpunkte sorgen. Sobald man sich mit dem Rücken oder Bauch auf die Akupressurmatte legt, wird das Gewebe spürbar besser durchblutet. Die Druckpunktmassage wirkt tiefenheilend auf den Rücken, das heißt Verspannungen und Verhärtungen der Rückenmuskulatur lösen sich. Bei regelmäßiger Anwendung lassen sich chronische Rückenschmerzen durch die Selbstheilungskräfte der Akupunktur lindern.

Auch der Psyche kommt die Anwendung von Akupressurmatten zugute. Denn sie haben eine entspannende Wirkung, mit der der Stress des Alltags abgebaut werden kann. Dazu reicht es, sich regelmäßig ca. 10 bis 20 Minuten auf die Matte zu legen. Geben Sie Ihrem Körper die Möglichkeit, so zu entspannen.

Akupressurmatten werden von Physiotherapeuten empfohlen und sind ein gutes Hilfsmittel, um die Akupressur in Ihren Alltag zu integrieren. Dabei kann sie sowohl zur Entspannung als auch zur Einbindung in Ihr Rücken-, Bein- und Bauchtraining genutzt werden. Am besten eignen sich hierfür Akupressurmatten Sets, die mit einem Akupressurkissen für den Kopf- und Nackenbereich kombiniert werden.

Fazit: Hilft Akupressur gegen Rückenschmerzen?

Akupressur wird seit der Antike zur Behandlung verschiedener gesundheitlicher Probleme eingesetzt. Die Heilwirkung und Steigerung des Energieflusses durch Stimulierung der Triggerpunkte gilt als erwiesen.

Gerade Patienten, die unter chronischen Rückenschmerzen leiden, ist Akupressur sehr zu empfehlen. Auch Personen, die unter Müdigkeit, Symptomen einer Depression oder Angstzuständen leiden, können durch die ganzheitliche Akupressurtherapie Linderung erfahren.

Zur regelmäßigen Selbstbehandlung hat sich die immer beliebtere Akupressurmatte als pragmatisch und sehr wirkungsvoll erwiesen. Aber gleich, ob Akupressur in Selbstbehandlung oder von einem Therapeuten durchgeführt wird: Die Betroffenen fühlen sich nach einer Behandlung nicht nur positiver, sie haben meist auch weniger Schmerzen.